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13. Fehler: Sprechen ohne Blickkontakt!

Wie vermeide ich Laserpointer und Karteikarten?

Dr. Joachim von Hein, seit 20 Jahren staatlich bestellter Prüfer und Dozent, antwortet:

Der Verfasser warnt alle Prüflinge ausdrücklich vor der Verwendung eines Laserpointers oder eines Zeigestocks im Kolloquium. Die Vortragenden wenden in diesem Falle ihrem Publikum den Rücken zu und beschäftigen sich größtenteils mit der Leinwand. Das empfinden viele Prüfer zu Recht als unhöflich. Außerdem ist der kleine rote Leuchtpunkt an der Wand kaum erkennbar, so dass sich die Prüfer eher auf diese technische Spielerei konzentrieren, als auf den Inhalt des Vortrags.

Ohne Laserpointer oder Zeigestock wenden sich die Kandidaten ihren Prüfern zu. Sie schauen nur gelegentlich auf den vor ihnen stehenden Monitor. Dort stehen die gleichen Informationen wie hinter ihnen an der weißen Wand, wenn ein Beamer benutzt wird.

Es macht einen schlechten Eindruck, wenn die Kandidaten sich vorbeugen, um die kleine Schrift auf dem Monitor zu entziffern versuchen. Es wird vielmehr von den Kandidaten erwartet, dass die das Chart auf einen Blick erfassen und frei darüber sprechen, so steht es in vielen Prüfungsordnungen. Wem das nicht gelingt, muss in der Regel einen Punktabzug hinnehmen, auch wenn die wissenschaftliche Erkenntnis noch so originell sein sollte.

Ganz ungünstig wäre es, wenn sich die Prüflinge zur Wand hin umdrehen und von dort ablesen. Noch schlimmer wäre es, wenn sie Karteikarten in der Hand halten und dort etwas zu entziffern versuchen. Damit erzielen sie keinen positiven rhetorischen Eindruck. Freisprechen, selbst mit Unterbrechungen, kommt immer besser an, als ablesen!

Sind Stichwortzettel in der Prüfung nicht verboten, klammern sich die Kandidaten oft an einen Stapel Karteikarten wie an einen Rettungsring. Sie entziffern die Texte während ihres Vortrages nur mühsam, weil die Schrift auf engstem Raum zusammengequetscht ist. Dabei stehen die Stichworte groß und deutlich auf der Projektionsfläche an der Wand – beziehungsweise auf dem aufgeklappten Laptop vor den Prüflingen. Sie müssten nur ihre eigenen Charts lesen!

In vielen Prüfungen stellte der Verfasser fest, dass auf diesen Karteikarten nichts Anderes stand, als auf den Charts – allerdings in kleinerer Schrift und kaum lesbar!

Der Verfasser ermutigt alle Kandidaten ausdrücklich, diese überflüssigen Karteikarten zu Hause zu lassen – oder noch geschickter – sie in die Hosentasche zu stecken!

Dort holen die Prüflinge sie nur in der höchsten Not hervor und lesen sie ab, um einen Blackout abzuwenden. Meistens ist das gar nicht nötig, weil sie durch die körperliche Berührung der Karteikarten in der Hosentasche eine psychologische Brücke entsteht. Die Prüflinge erinnern sich daran, was sie dort aufgeschrieben haben – insbesondere wenn sie die Texte mit der Hand aufgeschrieben haben.

Vielleicht hilft es manchen Kandidaten, wenn sie sich in einer Stress-Situation einfach auf die Hosentasche mit den Karteikarten klopfen.

 

 

Merke Lieber frei stottern – als langweilig vorlesen!

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