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11. Fehler: Sprachcode übersehen!

Wie beantworte ich Prüfungsfragen am besten?

Dr. Joachim von Hein, seit 20 Jahren staatlich bestellter Prüfer und Dozent, antwortet:

Alle Antworten sind sorgfältig zu bedenken. Es wäre schädlich, sich bei den Antworten unter Zeitdruck zu setzen und zu hastig zu antworten. Optimaler wäre es, genau zu überlegen, was zu sagen ist. Kurze Notizen sind hilfreich.

Die Sätze sind einfach zu konstruieren. Schachtelsätze sind zu vermeiden. Sonst beschäftigen sich die Kandidaten mehr damit, wie sie einen umständlich angefangenen Satz grammatikalisch korrekt zu Ende bringen, als damit, was sie inhaltlich sagen wollen. Genau diese optimale Ausdrucksweise sollte vorher mit den Kommilitonen intensiv geübt werden. Diese Art der Vorbereitung ist genauso wichtig wie die fachliche…

Derjenige, der denjenigen, der das Zitat, das den Prüfling in die Irre geführt hat, verfälscht hat, korrigiert, erhält eine Belohnung!“

 

Bei der Sprechweise ist so präzise und eindeutig wie möglich zu antworten. Füllwörter wie

▻ eigentlich
▻ eventuell
▻ meistens
▻ möglichst
▻ nämlich
▻ natürlich
▻ selbstverständlich
▻ sicherlich
▻ tatsächlich
▻ ungefähr
▻ vielleicht
▻ wahrscheinlich
▻ wirklich
▻ ziemlich

und so weiter sind unpräzise und zu vermeiden.

Die wichtigsten Fachbegriffe sind zu nennen. Sie sind wie Vokabeln zu pauken, denn manche Prüfer legen auf bestimmte Wörter oder Wortformeln gesteigerten Wert.

Es ist ratsam, sich auf die Redeweise des Hauptbetreuers einzulassen und sich eine ähnliche Sprechweise anzugewöhnen. Das fördert das gegenseitige Verständnis mehr, als vielen Menschen bewusst ist. Manchmal gibt es bestimmte Modebegriffe, die „in“ sind. Sie hinterlassen einen positiven Eindruck. Wenn sie allerdings aus der Mode gekommen sind und trotzdem noch verwendet werden, kann das einen ungünstigen Eindruck hinterlassen.

In allen Unternehmen oder Behörden gibt es einen internen Sprach-Code. Die Menschen gewöhnen sich ihn unbewusst an und verwenden diese Sprechweise auch im privaten Bereich – zur Verwunderung der Familie!

Genau wie beim Arbeitgeber eine geschickte Anpassung der Ausdrucksweise gut ankommt, wird auch an der Hochschule die angepasste Sprechweise positiv registriert, zumindest von den meisten Hochschullehrern. Wer gegen diesen „Anpassungsdruck“ aufbegehrt, mag im Einzelfall sogar Recht haben – ob sich eine solche kritische Haltung auch in guten Noten niederschlägt, darf allerdings bezweifelt werden.

Die Dozenten reagieren – bewusst oder unbewusst – positiv auf vertraute Wörter, insbesondere dann, wenn sie diese Begriffe selbst geprägt haben. Sie fühlen sich verstanden – und am Ende geben sie eine bessere Zensur…

 

 

Merke Dosierte Anpassung – ohne Schleimerei – wirkt Wunder!

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