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8. Fehler: Falsche prüfer ausgewählt!

Welche Typen von Hauptprüfern sollte ich aussuchen?

Dr. Joachim von Hein, seit über 20 Jahren staatlich bestellter Prüfer, antwortet:

Die weit überwiegende Zahl der Prüfer ist bestrebt, für „ihre“ Prüflinge ein gutes Ergebnis zu erzielen. Nach einer internen Statistik befinden sich die meisten Abschlusszensuren im oberen Drittel des Notenspektrums. Der Grund dafür ist einfach: Mit einer schlechten Zensur stellen sich die Betreuer der Abschlussarbeit selbst ein negatives Zeugnis aus.

Manchmal sind die Prüfer allerdings von den vorgelegten Ergebnissen der Abschlussarbeit enttäuscht. Dann sind sie in der mündlichen Prüfung kritisch eigestellt.

So etwas passiert meistens, wenn die Kandidaten zu wenig Kontakt zu ihren Betreuern hatten – weil diese weit weg wohnen oder schwer zu erreichen waren. Bei regelmäßiger, spätestens monatlicher Kommunikation mit den Betreuern dürfte es keine negativen Überraschungen geben.

Manchmal sind die Erstbetreuer auch enttäuscht, weil die Prüflinge sie nicht über den Fortgang der Arbeit auf dem Laufenden gehalten haben, weil sie beispielsweise ohne Absprache die Gliederung verändert hatten usw. Manchen Prüfern ist es wichtig, diesen Prozess aktiv zu begleiten. Anderen Prüfern ist das egal. Sie sind froh, dass sie sich nicht allzu häufig mit den Prüflingen beschäftigen müssen.

Es ist den Prüflingen zu empfehlen, das jeweilige Verhalten der Prüfer vorher genau zu erkunden, um sich den optimal geeigneten Prüfer auszuwählen, sei es nun ein eher dominanter oder ein fürsorglicher oder eher ein Laissez-faire Typ. In diesen Fällen gelten die gleichen Typenbeschreibungen wie in der Literatur über die drei Führungstypen: autoritärer, kooperativer oder gleichgültiger Führungsstil.

Die Kandidaten sollten sich bei der Auswahl ihrer Erstprüfer genau überlegen, mit was für einem Prüfertyp sie am besten klarkommen. Sie sollten dieses Kriterium unbedingt berücksichtigen, weil es psychologisch für den Erfolg ihrer Prüfung von großer Bedeutung sein kann.

 

Das bedeutet, jeder Prüfling entscheidet vorher, ob eher ein Prüfer zu ihm passt, der viele Fragen stellt und viele Anregungen gibt, was allerdings auch mit viel Arbeit für die Prüflinge verbunden ist. Ober ob es eher ein strenger Prüfer sein soll, der ganz genaue Vorstellung davon hat, was bei der Abschlussarbeit herauskommen soll, oder ob es ein Prüfer sein soll, der sich nur wenig darum kümmert, der die Prüflinge einfach machen lässt.

In jedem Falle wäre es unklug, mit den Erstprüfern während des Kolloquiums eine (verspätete!) Grundsatzdiskussion über das Thema oder die Vorgehensweise anzufangen. Klüger wäre es, den Hinweisen der Prüfer zu folgen und dabei auf die Zwischentöne zu achten, worauf es ihnen besonders ankommt…

In manchen Prüfungsordnungen ist es ausdrücklich erlaubt, dass die Kandidaten die Fragen der Prüfer kommentieren oder interpretieren dürfen. Das heißt, sie können mit geschickten Formulierungen eine unangenehme Frage zumindest teilweise „entschärfen“. Eine solche Reaktion sollte vorher im Kreis der Kommilitonen geübt werden, denn manche Prüfer reagieren nicht so positiv darauf, wenn ihnen ihre Frage im Munde umgedreht wird.

Es gibt aber auch Prüfer, denen eine solche „kämpferische“ Haltung der Prüflinge gefällt und die „sportlich“ darauf reagieren. Es sollte also vorher sorgfältig überlegt werden, wie – welche Prüfer wahrscheinlich reagieren werden und was sich daraus für eine Verhaltensweise empfiehlt, um eine möglich gute Note zu erzielen.

 

Merke Die Zwischentöne sind manchmal wichtiger als die Hauptmelodie!

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