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1. Fehler: Unpassende Bekleidung!

Was ziehe ich zur Prüfung an?

Dr. Joachim von Hein, seit über 20 Jahren staatlich bestellter Prüfer, antwortet:

Alle Prüflinge wollen in der mündlichen Prüfung, einen positiven Eindruck hinterlassen – und zwar sowohl in fachlicher Hinsicht, als auch äußerlich. Das schließt einen positiven Eindruck durch ein geeignetes Outfit mit ein. Für ein gutes Bestehen einer Prüfung spielen nicht nur die inhaltlichen Aspekte eine Rolle – das Äußere muss genauso stimmen! Es wird mitbewertet!

Für die Herren bedeutet das in der Regel ein dunkles Sakko, noch besser einen einfarbigen Anzug und ein einfarbiges, helles Hemd mit einer gedeckten Krawatte. Ein buntes Hemd oder ein auffälliger Schlips würde unnötig ablenken. Jeder Prüfer würde sich fragen, was will er damit ausdrücken? Und diese Fragen lenkt bewusst – oder unbewusst von der inhaltlichen Prüfungsleistung ab.

Für die Damen empfiehlt sich optimaler Weise ein einfarbiges, dunkles Kostüm oder ein Hosenanzug – ohne erotische Anspielungen. Auch hier werden sich die Prüfenden fragen, was mit auffälliger Kleidung oder Frisur angedeutet werden soll und ob die betreffende Person das nötig hat…

Psychologisch bedeutet das, wer sich auffällig verkleidet, macht es sich selber schwerer, eine „sehr gute“ Note zu bekommen. Die Einser-Kandidaten haben solche Mimikry nicht nötig!

Bei der Wahl der richtigen Schuhe ist zu bedenken, dass die Prüflinge ihren Vortrag in der Regel im Stehen halten. Hochhackige Pumps wären für eine Präsentation ungeeignet – ebenso wie Turnschuhe oder sonstiges Schuhwerk für die Freizeit.

In allen Hochschulen und Universitäten gibt es einen unausgesprochenen Dress-Code, der selten schriftlich niedergelegt ist. Er ergibt sich vielmehr durch einen Blick auf die Homepage. Sind dort die Dozenten eher konservativ mit Schlips und Kragen abgebildet, empfiehlt sich für die Prüflinge eine ebensolche Bekleidung. Wenn der eigene Prüfer dagegen ohne Krawatte abgebildet ist, darf ein Prüfling (im Sommer!) auch „oben ohne erscheinen.

Es spielt auch eine Rolle, in welchem Fachbereich die Prüfung stattfindet. Die Juristen und die Wiwis laufen meistens wesentlich konservativer herum, als die Sozialwissenschaftler. Eine entsprechende Anpassung der Bekleidung ist ratsam.

Mal ganz krass und überdeutlich ausgedrückt: Unpassend angezogene Prüflinge verderben sich mit einer unpassenden Klamotte im schlimmsten Fall ein halbes Jahrzehnt Studium – und nebenbei gesagt, die sichtbaren Piercings sollten auch sicherheitshalber herausgenommen werden.

Tätowierungen kommen bei konservativen Prüfern genauso wenig gut an, aber dafür gibt es hautfarbene Schminke. Empfehlenswert wäre auch der Weg zu einer älteren Friseurmeisterin, die noch einmal über das gesamte Outfit, die Haare und den Bart schaut. Sie ahnt, was konservative Prüfer sehen wollen – und was sie stört.

Das gilt übrigens auch für die Hände und die Fingernägel, auf die insbesondere Prüferinnen gern achten. Also auf zur Maniküre…

Der Tipp, vorher einen Blick auf die Homepage zu werfen, gilt genauso für die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche in der Wirtschaft. Dort ist auf der Website zu erkennen, wie die Mitarbeiter optimaler Weise angezogen sind und was für einen Stil die Unternehmensleitung bevorzugt.

 

 

Merke „Wie du kommst gegangen, so wirst du auch empfangen!“

 

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