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Personalmarketing. Organisation und Betriebsführung in der Altenpflege

Das hat der Altenhilfe gefehlt

Topcooking Bewertung: ★★★★☆ 4/5 Kindle Edition 18. November 2002
Die Mitarbeiter in der Altenhilfe sind bekanntlich gebeutelt, das Geld ist knapp, die Arbeit hart und Skandale schädigen das Image dieses aufgrund der Altersentwicklung wahnsinnig wichtigen Berufs. Der Autor setzt an der richtigen Stelle an, vermeidet theoretisches Gerede, sondern gibt sofort nachvollziehbare Tipps. Vom anheuern bis zum feuern ist alles drin!

Hilfe in einem unterschätzten Bereich

Ein Kunde Bewertung: ★★★★★ 5/5 Kindle Edition 8. Dezember 2002
Die Altenhilfe wird aufgrund der Alterentwicklung immer wichtiger, auch als Arbeitsplatzlieferant. Dieses Buch hilft, die Aufgaben und Anforderungen besser zu verstehen und zu meistern. Wer etwas über den Beruf erfahren will bekommt ebenso hilfreiche Hinweise wieder der Profi, der im Altenhilfe-Alltag Mitarbeiterprobleme lösen muss. Lohnt sich echt! Prof. Dr. Rüdiger Falk, Fachhochschule Koblenz, RheinAhrCampus Remagen, 2007 Stop! – Wer ein wissenschaftlich fundiertes Buch sucht, in dem die neueste Diskussion um Personalmarketing dargestellt ist, sollte erst gar nicht weiterlesen. Bereits das Layout zeigt deutlich, um was es sich handelt: um ein Handbuch mit fünf klar gegliederten und übersichtlichen Kapiteln, die mit einem Seitenregister auch jederzeit leicht zu finden sind. Eine Handreichung mit Anregungen statt Patentrezepten. Es handelt sich um ein Buch von einem Praktiker für angehende oder bereits tätige Praktiker in der Altenpflege. Es ist für alle jene gedacht, die eine Führungsaufgabe übernehmen müssen, ohne hierauf durch Erfahrungen oder entsprechende Qualifizierungen umfänglich vorbereitet worden zu sein. Diese werden sich freuen, ein leicht verständlich geschriebenes und mit über 200 praktischen Beispielen versehenes Handbuch vorzufinden, beim dem – blau unterlegt – jedes Kapitel mit einem “Auf einen Blick” endet und so die Orientierung leicht macht. Einzig der Titel verwirrt: “Personalmarketing”. Kein Kapitel ist so benannt und inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Thematik “Führung durch Motivation”. War der Begriff “Personalführung” zu abgegriffen? Oder lag der “Mythos Motivation” zu nah? Es bleibt zu hoffen, dass durch den Titel nicht allzu viele Leser auf die falsche Fährte gesetzt werden beziehungsweise Leser, die diese Publikation gut gebrauchen könnten, sie erst gar nicht finden. Inhalte des Buchs Das Buch ist in fünf Kapitel untergliedert, die alle ansprechend gestaltet sind. Bilder, Zeichnungen, Hervorhebungen und Tabellen lockern den Text auf, machen ihn – zweispaltig gesetzt – schnell und gut lesbar. Der Autor versucht, eine prozessuale Vorgehensweise einzuhalten: Von der Personalplanung bis zum Ausscheiden aus dem Betrieb wird in fünf Phasen der Durchlauf eines Mitarbeiters in der Altenpflege geschildert. Die Beispiele sind der Altenpflege entnommen – allein dies spricht für das Buch. Allerdings sollte man sich von den Fallbeispielen nicht zu viel versprechen: es sind keine “Case Studies” im Sinne der Business Schools, sondern kleine Erfahrungen, Anekdoten, Histörchen, die die Aussagen belegen und verdeutlichen. Insofern passen sie gut in die Diktion des Buches. Das Kapitel 1 lautet “Welche Erwartungen werden an neue Mitarbeiter gestellt?” Ein kurzes Fallbeispiel führt in die typische Problematik ein und soll verdeutlichen, dass zunächst einmal in der Einrichtung selbst die Erwartungen zu konkretisieren sind. Etwas unreflektiert erscheint die Einführung des Begriffs “Kunden” für Bewohner, zu Betreuende und deren Angehörige zu sein, der wohl dem Marketing geschuldet wird. Zweifelsohne ist es richtig, bei Dienstleistungen auch die Erwartungen der Empfänger zu berücksichtigen sowie das private Umfeld einzubeziehen, doch hier wäre ein Zusammenfassen in einem Anforderungsprofil verständlicher gewesen. Die Methoden zur Festlegung der Erwartungen sind etwas ungewöhnlich – aber warum nicht? Und wie man den Betriebsrat in Entscheidungen einbezieht hilft gerade wenig erfahrenen Führungskräften. In Kapitel 2 erfolgt die Auseinandersetzung mit der “Bewerbung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter”. Begrüßenswert ist der Ansatz, da gerade Einrichtungen der Altenpflege sich um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bemühen müssen. Die Auswahl von Bewerbungen und eine – vermeintlich – sichere Mitarbeiterauswahl folgen, wobei der Hinweis auf die bekannte AIDA-Formel und Öffentlichkeitsarbeit Bezüge zum Personalmarketing aufweisen. Richtig ist auch, dass der Autor die Einarbeitung in die Initialphase eines Mitarbeiters einbezieht. Kapitel 3 widmet sich dem Thema “Mitarbeiterentwicklung”, das in vielen Nonprofit Organisationen immer noch zu wenig Beachtung findet. Leider trifft dies in gewisser Weise auch auf diese Publikation zu: im Vordergrund stehen gesetzlich oder betrieblich vorgeschriebene Schulungen sowie Hinweise auf Erfahrungslernen und die Struktur innerbetrieblicher Seminare. Was fehlt sind Ansätze, wie Qualifizierungen, Erfahrungslernen und Karrierepläne miteinander verzahnt werden können. Kritisch ist auch, dass sich nur das 1. Unterkapitel diesem Thema widmet, die Gestaltung von Arbeitsverträgen oder die Mitarbeitermotivation – von Burn Out bis intrinsischer Motivation (Kap. 3.2 und 3.3) – werden hier zur Mitarbeiterentwicklung gezählt, was üblicherweise nicht der Fall ist. Gerade der Unterpunkt “Mitarbeitermotivation” hätte besser in Kapitel 4 “Führungsstile für jeden Mitarbeiter” gepasst. Dieses Kapitel basiert, so ist der Eindruck, weitgehend auf den Erfahrungen des Autors und zeigt nur wenige Bezüge zu bekannten Motivationstheorien auf. Etwas unerwartet finden sich dann in Kapitel 4.4 die Rechte des Betriebsrats nach dem Betriebsverfassungsgesetz, die relativ umfassend geschildert werden und sich nicht nur auf das Personalmarketing beziehen. Jedes Arbeitsverhältnis endet einmal, spätestens mit dem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand. Der Autor geht in seinem fünften Kapitel “Von der Abmahnung bis zur Kündigung” nur auf einen Beendigungsgrund ein: die Kündigung durch den Arbeitgeber. Für jeden personalwirtschaftlichen Autor ist es schwer, sich im Nirwana des Kündigungsrechts und des Kündigungsschutzes zu bewegen, aber hier hätte man sich doch eine differenzierte Betrachtung gewünscht. Wenn der Autor sich schon auf die Kündigung konzentriert, weil es die häufigste Form der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ist, dann wäre doch eine Darstellung von Eigenkündigungen des Arbeitnehmers sowie der betriebsbedingten Kündigung mit allen ihren Problemen anzuraten gewesen. Praxisbezug des Werks Praxisbezogen ist die Publikation ohne Zweifel, denn es sind viele individuelle Erfahrungen der “beruflichen Wirklichkeit” wiedergegeben. Auch die Struktur des Buches macht es leicht, die für die Praxis relevanten Stellen schnell zu finden – schließlich liest man so ein Buch ja nicht wie einen Roman. Trotzdem wird man nicht so richtig glücklich mit der Publikation, vielleicht liegt es ja an der vom Autor im Vorwort genannten “Subjektivität” seines Werkes. > Der Verzicht auf eine theoretische Fundierung allein bedeutet ja noch nicht “Praxisrelevanz”. Theodor W. Adorno hat 1968 es einmal so formuliert: “Der Verzicht auf Theorie wäre kein Fortschritt des kritischen Denkens, sondern eine Resignation vor den Zuständen.” Und vielleicht zeigen die erfahrungsgeleiteten Ausführungen des Autors ja bereits eine gewisse Resignation vor den Zuständen: es wird der Status Quo beschrieben, es werden jede Menge Tipps und Hinweise gegeben, doch ein fundiertes Konzept fehlt. Sicher “tauchen in der Praxis viele Probleme auf, die im Lehrbuch nie vorkamen” wie der Autor ausführt. Aber ist es wirklich Aufgabe eines Lehrbuchs, alle Probleme zu schildern? “Am Beispiel sich anregen lassen – ein Anregungsbuch” so nennt der Autor seine Publikation – und dies ist eine zutreffende Beschreibung dessen, was den Leser erwartet. Angesprochener Nutzerkreis Zum Verständnis dieser Publikation sind eigentlich keine Vorkenntnisse erforderlich, so dass der Nutzerkreis nicht eingeschränkt wäre. Zielgruppe sind aber eindeutig diejenigen Beschäftigten in der Altenpflege, die erstmals mit dem Thema “Führung und Personal” konfrontiert werden. Wenn sie auf Theorie verzichten können – oder gar wollen – sind sie hier an der richtigen Adresse. Als Nachschlagewerk und um sich Anregungen zu holen ist die Publikation gut geeignet. Genauso deutlich aber muss auch gesagt werden: eine fundierte, theoretisch abgesicherte Darstellung des Personalmarketings für die Altenpflege ist dies nicht. Studierende der Sozial- und Gesundheitswissenschaften können dieses Buch als Ergänzung zum Lehrbuch durchaus mit Gewinn nutzen, aber nicht anstelle eines solchen. Und es bleibt immer noch die Frage offen, inwieweit Erfahrungen wirklich weitergegeben werden können oder ob man sie nicht selber machen muss. Fazit Der Titel leitet etwas in die falsche Richtung: Trotz aller Anklänge an das Marketing handelt es sich bei dem Werk um eine auf langjährigen Erfahrungen des Autors beruhende Publikation zu Führung und Motivation in der Altenpflege. Einfach zu lesen, pragmatisch geschrieben und auch für den nicht wissenschaftlich qualifizierten Leser leicht zu verstehen – und dies sind die Mehrzahl der Beschäftigten in der Altenpflege. Wer erstmals in diesem Arbeitsbereich mit Führungsverantwortung betraut wird, dem dürften die Beispiele und Tipps Anregungen geben. Ein wissenschaftlich fundiertes Lehrbuch kann “Personalmarketing” allerdings nicht ersetzen, höchstens ergänzen. Man kann es sich in seinen Handapparat einstellen und schnell nachschlagen, wenn man Mitarbeiter sucht, ein Seminar durchführen oder sich auf ein Mitarbeitergespräch vorbereiten möchte. Dieses Buch gibt Anregungen – nicht mehr und nicht weniger.

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